Touristensteuer 2026: Wo Urlauber mehr zahlen – und wo Sparfüchse aufatmen
Samstag, 20. Juni 2026 | Kategorie: International
Wer 2026 in den Süden reist, sollte die Touristensteuer einkalkulieren: In Barcelona ist die Abgabe zum 1. April 2026 erneut gestiegen und gehört mit bis zu 15 Euro pro Nacht zu den höchsten Europas. In Griechenland bleibt die Klima-Abgabe spürbar – dafür haben die Balearen die geplante Erhöhung überraschend gekippt. Wir zeigen Sparfüchsen, wo es teurer wird, wo Sie aufatmen können und wie Sie die Steuer clever einplanen.
Was ist die Touristensteuer – und warum steigt sie?
Die Touristensteuer (auch Kur-, Betten- oder Ökosteuer genannt) ist eine Abgabe, die viele Urlaubsregionen pro Übernachtung und Person erheben. Damit finanzieren Städte und Inseln zunehmend die Folgen des Massentourismus – von der Müllentsorgung über den Küstenschutz bis zur Instandhaltung der Innenstädte. Für Sie als Reisende bedeutet das: ein Posten, der im Reisepreis oft nicht enthalten ist und vor Ort zusätzlich anfällt. Gerade bei einer Pauschalreise nach Mallorca oder einem längeren Aufenthalt summiert sich das schnell. Nach Jahren teils kräftiger Erhöhungen quer durchs Mittelmeer zeichnet sich für 2026 ein gemischtes Bild ab.
Wo es 2026 teurer wird
Barcelona: bis zu 15 Euro pro Nacht
Die katalanische Metropole hat ihre Touristensteuer zum 1. April 2026 erneut angehoben. Im Höchstfall werden nun rund 12 bis 15 Euro pro Person und Nacht fällig – damit zählt Barcelona laut Branchenberichten zu den teuersten Städten Europas. Bis 2029 soll die Abgabe schrittweise weiter steigen. Für eine Städtereise nach Barcelona heißt das: Bei einem viertägigen Trip kommen schnell 40 bis 60 Euro extra zusammen, die im Hotelpreis meist nicht enthalten sind.
Griechenland: Klima-Abgabe statt Bettensteuer
Griechenland hat seine frühere Übernachtungssteuer durch eine sogenannte Klima-Resilienz-Abgabe ersetzt. Sie liegt je nach Hotelkategorie und Saison zwischen rund 1,50 und 10 Euro pro Nacht und bleibt 2026 laut ADAC weitgehend unverändert. Deutlich kräftiger zur Kasse gebeten werden Kreuzfahrtgäste: Für das Anlegen auf den beliebten Inseln Santorin und Mykonos werden in der Hauptsaison (Juni bis September) rund 20 Euro pro Tag fällig, an anderen Häfen etwa 5 Euro.
Venedig, Amsterdam & Co.
Auch andere Städte langen zu: Venedig verlangt von Tagesgästen an festgelegten Spitzentagen 5 bis 10 Euro Eintritt, Amsterdam erhebt eine der höchsten Übernachtungssteuern Europas. Der Trend zur „Tourismus-Maut“ setzt sich also fort – ein guter Grund, die Abgabe vor der Buchung einzuplanen.
Wichtig zu wissen: Die Touristensteuer wird fast überall direkt vor Ort erhoben, häufig beim Check-in oder Check-out und getrennt vom Hotelpreis. Mal wird bar kassiert, mal per Karte – und in manchen Regionen gilt die Abgabe nur für die ersten Nächte. Damit Sie an der Rezeption nicht überrascht werden, lohnt sich ein Blick auf die jeweiligen Regeln. Wie Sie Bargeld, Karte und Wechselkurs im Urlaub am günstigsten handhaben, lesen Sie in unserem Ratgeber Geld im Urlaub.
Wo Sparfüchse aufatmen können
Balearen: Erhöhung überraschend gekippt
Die gute Nachricht für Mallorca-Fans: Die balearische Regierung hat Anfang Februar 2026 entschieden, die sogenannte Ökosteuer für die Saison 2026 doch nicht anzuheben. Damit bleibt die Abgabe gestaffelt nach Hotelkategorie – rund 4 Euro pro Person und Nacht im Fünf-Sterne-Haus, 3 Euro im Vier-Sterne-Hotel, 2 Euro in der Drei-Sterne-Kategorie und 1 Euro auf Campingplätzen oder in Hostels. Wer auf den Balearen Urlaub macht, zahlt also spürbar weniger als in vielen Städten. Eine entsprechende Meldung der Schwesterredaktion von TravelScout24 bestätigt: Die befürchtete deutliche Verteuerung bleibt 2026 aus.
Praktische Spar-Tipps zur Touristensteuer
- Vorab einplanen: Rechnen Sie die Steuer pro Nacht und Person auf Ihre Reisedauer hoch und legen Sie das Geld ins Budget – sie wird meist erst vor Ort, oft separat per Karte oder bar, fällig.
- Hotelkategorie beachten: Da die Abgabe vielerorts nach Sternen gestaffelt ist, zahlen Sie in einem Drei-Sterne-Hotel weniger als im Luxusresort – ein zusätzlicher Sparhebel.
- Nebensaison nutzen: In einigen Regionen ist die Steuer außerhalb der Hauptsaison niedriger – und Flüge sowie Hotels sind ohnehin günstiger.
- Kinder prüfen: In vielen Zielen sind Kinder unter einer bestimmten Altersgrenze von der Steuer befreit oder zahlen ermäßigt – fragen Sie im Hotel nach.
- Schnäppchen kombinieren: Wer beim Reisepreis spart, gleicht die Steuer locker aus – aktuelle Angebote finden Sie unter unseren Urlaubsschnäppchen.


