Südtirol 2026: Bozen erhöht Ortstaxe & neue Maut-Rückerstattung für Wohnmobile – was du jetzt wissen musst
Dienstag, 8. September 2026 | Kategorie: News
Wer mit dem Wohnmobil durch Südtirol rollt, muss 2026 gleich auf mehrere neue Regelungen achten: Bozen hat die Ortstaxe zum 1. Januar 2026 angehoben, ganz Italien erstattet seit dem 1. Juni 2026 einen Teil der Mautgebühren, wenn Baustellen-Staus die Reise erheblich verzögern – und bei Wildcamping schauen Gemeinden und Behörden im ganzen Land genauer hin als je zuvor. Für Camper bedeutet das: mehr Transparenz, aber auch mehr Kosten und neue bürokratische Pflichten. Hier bekommst du den vollständigen Überblick.

Bozen erhöht die Ortstaxe: Was zahlen Wohnmobil-Urlauber auf Campingplätzen jetzt?
Ab dem 1. Jänner 2026 wird die Ortstaxe in Bozen angehoben. Die Erhöhung, die von der Stadtregierung beschlossen wurde, soll Mehreinnahmen von rund 300.000 Euro pro Jahr bringen. Konkret steigen die Abgaben pro Übernachtung und Person: Hotels ab vier Sternen von 3,00 auf 3,50 Euro, Drei-Sterne-Häuser von 2,50 auf 2,80 Euro und alle übrigen Betriebe – einschließlich Privatzimmervermietungen – von 2,00 auf 2,10 Euro.
Bei derzeit etwa 940.000 Übernachtungen pro Jahr und bisherigen Einnahmen aus der Ortstaxe von rund 2,1 Millionen Euro kämen den Berechnungen zufolge 2026 Einnahmen von etwa 2,4 Millionen Euro zustande. Zwei Drittel davon soll die Bozener Tourismusorganisation erhalten, 30 Prozent die Vermarktungsgesellschaft IDM Südtirol und zehn Prozent würden wie bisher an die Stadt gehen.
Was bedeutet das konkret für dich als Wohnmobil-Gast auf einem Bozener Campingplatz? In Südtirol wird die Ortstaxe von den Gästen erhoben, die in Unterkünften wie Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätzen übernachten. Die Einnahmen aus der Ortstaxe werden zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten, Tourismusförderung und anderen lokalen Dienstleistungen verwendet, die den Aufenthalt der Gäste angenehmer machen. Du bezahlst die Abgabe in der Regel am Ende deines Aufenthalts direkt beim Campingplatzbetreiber – sie muss getrennt auf der Abrechnung ausgewiesen sein.
Bürgermeister Claudio Corrarati sagte „Südtirol News“ zufolge, Bozen ziehe damit mit anderen Südtiroler Tourismusorten gleich. Das ist tatsächlich nur konsequent: Die Gemeinden haben die Möglichkeit, die Ortstaxe zur Finanzierung von tourismusrelevanten Dienstleistungen und Infrastrukturen auf maximal 5 Euro anzuheben. Für Familien mit Kindern unter 14 Jahren gibt es gute Nachrichten: Kinder unter 14 Jahren sind von der Zahlung der Ortstaxe befreit.
Neue Maut-Rückerstattung in Italien: Gut für Wohnmobil-Fahrer auf dem Weg nach Südtirol
Die zweite große Änderung betrifft nicht den Stellplatz selbst, sondern die Anreise. Seit dem 1. Juni 2026 gilt in Italien eine neue Mautregelung, die insbesondere Wohnmobilfahrer freuen dürfte: Wer aufgrund von Baustellen erhebliche Verzögerungen auf mautpflichtigen Autobahnen hat, kann künftig einen Teil der gezahlten Maut zurückerhalten.
Die italienische Verkehrsbehörde hat beschlossen, dass Autofahrer entschädigt werden, wenn sie wegen planbarer Baustellen deutlich länger unterwegs sind als üblich. Die Regelung gilt seit dem 1. Juni 2026 und soll die Rechte der Verkehrsteilnehmer stärken. Eine Erstattung ist möglich, wenn die tatsächliche Fahrzeit aufgrund einer Baustelle deutlich länger ist als die normale Reisezeit.
Für die Rückvergütung gibt es allerdings einen wichtigen Haken: Für die Registrierung in der Muovy-App wird eine italienische Steuernummer (Codice Fiscale) oder eine italienische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer benötigt. Deutsche Staatsbürger können einen Codice Fiscale bei den zuständigen italienischen Behörden oder über die italienischen Auslandsvertretungen beantragen. Wer die neue Regelung nutzen möchte, sollte sich deshalb möglichst bereits vor Reisebeginn über die notwendigen Voraussetzungen informieren.
Unser Tipp für alle, die mit einem gemieteten Wohnmobil nach Italien reisen: Mauttickets niemals direkt entsorgen, sondern bis zum Ende der Reise aufbewahren. Ab dem 1. Dezember 2026 soll die Regelung auch auf Strecken mit mehreren Betreibern ausgeweitet werden. Das bedeutet: Wer in der Herbst- oder Wintersaison nach Südtirol fährt, profitiert dann von einem noch breiteren Netz an erstattungsfähigen Strecken.
Übrigens lohnt es sich, die Urlaubsschnäppchen im Blick zu behalten, wenn du kurzfristig einen Wohnmobil-Stellplatz in Südtirol buchen möchtest – gerade in der Nebensaison sind die Preise deutlich günstiger.
Wildcampen in Südtirol und Italien: Strengere Kontrollen ab 2026
Wer hoffte, mit dem Wohnmobil einfach irgendwo in den Dolomiten stehen zu bleiben, sollte 2026 besonders aufpassen. Ab 2026 wird Wildcampen in Italien vor allem deshalb strenger, weil viele Gemeinden bestehende Regeln konsequenter durchsetzen. Besonders in beliebten Regionen haben sich in den letzten Jahren Probleme gehäuft.
Viele Orte reagieren mit strengeren Kontrollen, neuen Parkverboten, Höhenbegrenzungen, zeitlichen Einschränkungen oder klar ausgeschilderten Bereichen nur für Tagesparker. Gemeinden, Regionen und Behörden reagieren auf überfüllte Stellplätze, Müllprobleme, blockierte Parkflächen und Camper, die sich beim Campen nicht an Regeln halten.
Für Südtirol heißt das in der Praxis: Plane deinen Aufenthalt auf offiziellen Campingplätzen oder zertifizierten Wohnmobilstellplätzen (sogenannten „Aree di Sosta“). Diese sind in der gesamten Provinz gut ausgebaut und bieten oft komfortable Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten – ein klarer Vorteil gegenüber dem Risiko einer saftigen Strafe beim Wildcampen. Schau dir dafür auch unsere Kurztrips-Tipps an, wenn du spontan übers Wochenende in die Alpen möchtest.
Wann lohnt sich ein Wohnmobil-Urlaub in Südtirol – und wie planst du ihn richtig?
Südtirol zählt zu den beliebtesten Wohnmobil-Destinationen in den Alpen. Die Kombination aus grandiosen Bergpanoramen, ausgebauter Infrastruktur, gutem Essen und mildem Klima macht die autonome Provinz im Norden Italiens zum Traumziel für Camper. Gleichzeitig zeigen die neuen Regelungen: Das Reisen wird etwas planbedürftiger. Hier die wichtigsten praktischen Punkte auf einen Blick:
- Ortstaxe einkalkulieren: Plane für Bozen ab 2026 je nach Unterkunftskategorie zwischen 2,10 und 3,50 Euro pro Person und Nacht ein – auf dem Campingplatz gilt der niedrigste Satz. Kinder unter 14 Jahren sind befreit.
- Mautquittungen aufbewahren: Hebe Mautbelege auf der Autobahn-Anreise immer auf, um bei Baustellen-Stau eine Rückerstattung beantragen zu können.
- Codice Fiscale vorab beantragen: Wer die Maut-Rückerstattung über die Muovy-App nutzen möchte, braucht eine italienische Steuernummer – am besten schon vor der Abreise besorgen.
- Offizielle Stellplätze nutzen: Gerade in Naturschutzgebieten und nahe Ortschaften drohen bei illegalem Freistehen Bußgelder. Nutze die zahlreichen offiziellen Aree di Sosta.
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober ist die Hauptsaison; für ein ruhiges Wohnmobil-Erlebnis eignen sich der frühe Frühling und der Herbst besonders – dann sind auch die Ortstaxen und Platzgebühren oft günstiger.
Für die An- und Abreise lohnt sich ein Blick auf günstige Flüge nach Innsbruck oder Verona als Alternative, falls du das Wohnmobil vor Ort mieten möchtest. Wer hingegen mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs ist, findet auf unserer Last-Minute-Seite spontane Campingdeal-Hinweise.
Das ändert sich auf einen Blick: Alle neuen Regeln für Wohnmobil-Camper in Südtirol 2026
| Regelung | Gültig ab | Details |
|---|---|---|
| Ortstaxe Bozen (Camping/Privat) | 1. Januar 2026 | Anstieg auf 2,10 € / Person / Nacht |
| Ortstaxe Bozen (4-Sterne+) | 1. Januar 2026 | Anstieg auf 3,50 € / Person / Nacht |
| Maut-Rückerstattung bei Baustellen-Stau | 1. Juni 2026 | Rückerstattung via Muovy-App; Codice Fiscale nötig |
| Erweiterung Maut-Erstattung (multi-operator) | 1. Dezember 2026 | Auch bei Strecken mit mehreren Betreibern |
| Strengere Wildcamping-Kontrollen (gesamt Italien) | Laufend seit 2026 | Mehr Kontrollen, Parkverbote, Höhenbeschränkungen |
Häufige Fragen zu Ortstaxe, Maut & Wohnmobil-Urlaub in Südtirol 2026
Müssen Wohnmobil-Urlauber in Bozen die neue Ortstaxe bezahlen?
Ja. Die Ortstaxe gilt in Südtirol für alle Übernachtungsgäste, die auf Campingplätzen oder in anderen Unterkünften nächtigen – also auch für Wohnmobil-Camper auf offiziellen Stellplätzen und Campingplätzen in Bozen. Der neue Satz liegt ab Januar 2026 bei mindestens 2,10 Euro pro Person und Nacht. Kinder unter 14 Jahren sind von der Abgabe befreit.
Wie beantrage ich die Maut-Rückerstattung in Italien?
Seit dem 1. Juni 2026 kannst du über die Muovy-App eine Rückerstattung beantragen, wenn du wegen planbarer Baustellen auf der Autobahn erheblich länger gebraucht hast als üblich. Voraussetzung ist eine italienische Steuernummer (Codice Fiscale). Diese kannst du vorab bei den italienischen Auslandsvertretungen in Deutschland beantragen. Hebe außerdem deine Mautbelege bis zum Reiseende auf.
Ist Wildcampen mit dem Wohnmobil in Südtirol erlaubt?
Grundsätzlich ist Wildcampen (also das Übernachten außerhalb offizieller Stellplätze) in Südtirol und ganz Italien nicht generell erlaubt und in vielen Gemeinden explizit verboten. Ab 2026 setzen die Behörden bestehende Regeln konsequenter durch. Um Bußgelder zu vermeiden, empfiehlt sich die Nutzung offizieller Wohnmobilstellplätze (Aree di Sosta) oder Campingplätze.
Wie hoch ist die Ortstaxe auf Campingplätzen in anderen Teilen Südtirols?
Die Ortstaxe in Südtirol variiert je nach Gemeinde und Unterkunftskategorie. Der landesweite Basisbetrag liegt seit 2024 je nach Kategorie zwischen 1,50 und 2,50 Euro pro Person und Nacht. Einzelne Gemeinden dürfen diesen Betrag auf bis zu 5 Euro anheben. Bozen hat zum Januar 2026 als jüngste Gemeinde angepasst. Andere Tourismusorte in Südtirol lagen schon vorher auf ähnlichem Niveau.
Lohnt sich ein Wohnmobil-Urlaub in Südtirol trotz der neuen Kosten?
Absolut. Südtirol bleibt eines der attraktivsten Reiseziele in den Alpen: ausgebaute Wohnmobilstellplätze, spektakuläre Dolomitenlandschaft, hervorragende Küche und ein dichtes Wegenetz für Wanderungen und Radtouren. Die Ortstaxe-Erhöhung fällt pro Person und Nacht nur moderat aus. Wer frühzeitig plant und offizielle Stellplätze nutzt, reist entspannt und rechtssicher.
Ab wann gilt die Maut-Rückerstattung auch für Strecken mit mehreren Betreibern?
Ab dem 1. Dezember 2026 soll die neue Maut-Erstattungsregelung auf Strecken mit mehreren Autobahnbetreibern ausgeweitet werden. Wer also im Herbst oder Winter nach Südtirol fährt, profitiert dann von einem breiteren Erstattungsnetz – gerade auf langen Transitalpen-Strecken relevant.

